Die Absatzverluste auf dem deutschen Biermarkt erreichen zunehmend auch die bayerische Brauwirtschaft. Wie der Bayerische Brauerbund auf seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, sind die Absatzmengen im Freistaat 2025 deutlich zurückgegangen. Über die bundesweiten Einbrüche beim Bierabsatz hatte Getränke News bereits berichtet.
Der Inlandsbierabsatz bayerischer Brauereien sank im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 17,1 Millionen Hektoliter. Damit fiel der Rückgang zwar geringer aus als im Bundesdurchschnitt (-5,8 Prozent), dennoch bewertet der Verband die Entwicklung als ungewöhnlich stark. Absatzeinbrüche in dieser Größenordnung seien selbst während der Corona-Jahre in Bayern nicht zu beobachten gewesen.
Beim Gesamtabsatz einschließlich Exporten – alkoholfreie Biere sind dabei nicht berücksichtigt – verzeichneten die bayerischen Brauer 2025 ein Minus von 5,4 Prozent (1,3 Millionen Hektoliter). Als Ursachen nennt der Brauerbund ein Zusammenspiel aus demografischer Entwicklung, verändertem Konsumverhalten sowie einer schwächeren Nachfrage auch in wichtigen Exportmärkten für bayerisches Bier.
Wachstum bei alkoholfreiem Bier
Zwar wächst das Segment alkoholfreier Biere weiter dynamisch, kann die Verluste im alkoholhaltigen Sortiment jedoch nicht ausgleichen. Einschließlich alkoholfreier Produkte lag der gesamte bayerische Bierausstoß 2025 bei rund 25 Millionen Hektolitern. 2,5 Millionen Hektoliter davon waren alkoholfreie Biere. Gegenüber dem Vorjahr legte dieses Segment um 11,5 Prozent beziehungsweise 260.000 Hektoliter zu.
Besonders angespannt ist nach Einschätzung des Verbands die wirtschaftliche Lage vieler mittelständischer Brauereien. Neben rückläufigen Absatzmengen belasten steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel, wachsender Preisdruck im Handel sowie zunehmende Bürokratie die Unternehmen. Auch die weiterhin gedämpfte Konsumstimmung sowohl im Handel als auch in der Gastronomie verschärfe die wirtschaftliche Situation. Als Beispiel für den strukturellen Wandel verweist der Verband auf Betriebsaufgaben in der Branche. Das Aus von Traditionsbrauereien sei kein Einzelfall, sondern Teil eines schleichenden Aderlasses, erklärte Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes.
Politische Unterstützung gefordert
Der Verband fordert deshalb eine Anpassung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dazu zählten insbesondere der Abbau bürokratischer Belastungen sowie Voraussetzungen, die auch kleineren und familiengeführten Betrieben Investitionen etwa in die energetische Transformation ermöglichen. Zudem verweist der Brauerbund auf den hohen Konzentrationsgrad im Lebensmitteleinzelhandel, der den wirtschaftlichen Handlungsspielraum mittelständischer Hersteller zusätzlich einschränke.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung setzt der Verband auf eine engere Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sowie auf nachhaltigere Produktionsverfahren und neue Produktfelder. Neben alkoholfreien Erfrischungsgetränken nennt der Brauerbund dabei auch Anwendungen im Bereich „Liquid food“.


























































































